So vereinfacht ein ESB die Anwendungsintegration

Früher gestaltete sich die Unternehmensanwendungsintegration (Enterprise Application Integration, EAI) aufgrund der mit der Punkt-zu-Punkt-Integration (P2P) verbundenen Herausforderungen deutlich schwieriger. Bei der Unternehmensanwendungsintegration geht es um die Anbindung aller Systeme und Anwendungen innerhalb der Unternehmensarchitektur, damit die einzelnen Komponenten zusammenarbeiten können.

Häufig kommt dabei die Punkt-zu-Punkt-Integration (P2P) zum Einsatz – eine extrem unflexible und zeitaufwändig zu wartende Methode. Innovative Organisationen setzen heute stattdessen auf den Enterprise Service Bus (ESB), da dieser Ansatz alle mit der P2P-Integration verbundenen Probleme, Hindernisse und Fehler aus dem Weg räumt und Entwicklern bei der Anwendungsintegration einiges an Kopfzerbrechen erspart.

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Heute können Unternehmen all ihre Anwendungsintegrationsprobleme mit einem ESB lösen, der als Middleware für alle Netzwerk-Komponenten dient. Die ESB-Software agiert dabei als gemeinsame, zentrale Infrastruktur und ist der Verbindungspunkt für alle Anwendungen, Geräte und Systeme im Unternehmen.

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Das Herzstück des ESB: Services

In der Regel integrieren und stellen Anwendungen ihre Funktionen dem Enterprise Service Bus über „Services“ bereit, bei denen es sich normalerweise, aber nicht zwangsläufig um Webservices handelt. Das Konzept hinter einem ESB basiert darauf, dass Anwendungen ihre Funktionen über Service-Enablement in einem Satz besser nutzbarer Services bereitstellen. Die ESB-Software veröffentlicht die Services dann in der Registry und stellt sie zur Verfügung.

Anwendungen stellen einen oder mehrere ihrer Services über den ESB bereit. Nutzer können mit diesen Anwendungen interagieren, ohne dass sie viel über sie wissen müssen. Sie brauchen weder die technische Architektur, die Version noch den Lösungsanbieter zu kennen. Alles, was sie benötigen, um eine Anwendung nutzen zu können, ist ein Service. Zudem müssen Sie sich an die vertraglich vereinbarte Integrationsschnittstelle halten.

Serviceflow durch einen ESB

Ein ESB kann die die Anwendungsintegration auf zwei Arten vereinfachen:

  1. Service-Inanspruchnahme – Ein Web-Frontend kann beispielsweise Services von einem ERP(Enterprise Resource Planning)-System nutzen. Dabei verbindet sich das Web-Frontend mit der ERP-Serviceschnittstelle am ESB – statt direkt mit dem ERP zu interagieren. Das heißt, wenn das ERP Korrekturen vornimmt oder sogar seinen physischen Standort ändert, bekommt der Nutzer nichts davon mit, solange der auf den ERP-Funktionen basierende Servicevertrag eingehalten wird.
  2. Service-Hierarchien – In ähnlicher Weise können Service-Hierarchien innerhalb eines ESB aufgebaut werden, um eine Funktionalität bereitzustellen, die für den Nutzer besser geeignet ist. Die Hierarchien können aus grundlegenden Anwendungsservices sowie aus übergeordneten Geschäftsservices bestehen. In der Regel orchestrieren sie einen oder mehrere Services im ESB-Tool. Auf diese Weise können Unternehmen wertvolle Erkenntnisse anhand der Nutzungsmuster gewinnen.

Warum Sie zu einem ESB wechseln sollten

Die oft wachstumshemmenden Einschränkungen von P2P-Integrationen lassen sich häufig mithilfe eines ESB entschärfen. Eine Anwendungsintegration auf Basis von ESB beschleunigt und erleichtert nicht nur die Integration einer Vielzahl von Anwendungen und Systemen – sie fördert auch Innovationen und vereinfacht die Implementierung von Veränderungen.

ESB-Tools punkten vor allem mit ihrer Flexibilität. Ob es um die Aktualisierung von Anwendungsversionen oder die Änderung von Standorten geht – mit einem ESB sind Veränderungen an beliebigen Punkten im Netzwerk kein Problem. Wenn Anwendungen wie bei einem ESB als Unterservices abstrahiert werden, haben Änderungen nur minimale Auswirkungen.

ESBs unterstützen auch die Orchestrierung – also die Fähigkeit, Funktionen zwischen Anwendungen mit einem technischen Orchestrierungslevel zu koordinieren. Dies wird normalerweise Routing oder Vermittlung genannt, oder Orchestrierung des Business Levels und vom Business Process Management (BPM) ausgeführt. Unabhängig vom Namen beschreibt dieser Vorgang aber, wie ein ESB sowohl technischen Infrastrukturnutzern als auch Geschäftsanwendern via BPM zusammengesetzte Funktionen bereitstellt.

ESB-Software beschleunigt auch die Art und Weise, wie die Integration implementiert und bereitgestellt werden kann. Dies wird durch die Unterstützung vielfältiger gängiger Integration Patterns out of the box erreicht, sodass die Konstruktion von Elementen wie Common Integration Patterns, Synchronization Propagation und Recipient List beschleunigt wird.

Organisationen profitieren mit einem ESB auch davon, dass optimierter, qualitativ hochwertiger und wiederverwendbarer Code erstellt wird. Da ein ESB vorgefertigte Konnektoren und Komponenten nutzt, lassen sich viel mehr Anwendungen schneller ohne manuellen Code anbinden. Auf diese Weise sparen Entwickler Zeit und können an anderen wichtigen Projekten arbeiten.

ESBs sind äußerst dynamisch. Wenn Ihre Geschäftsanwender sagen, dass sie nicht auf die Informationen warten können und dass sie die Daten in Echtzeit brauchen, ist das ein eindeutiger Hinweis, dass Sie über einen ESB nachdenken sollten. Ereignisbasierte Echtzeit-Umgebungen funktionieren nur mit einem ESB. Dafür bieten sie Organisationen mehr Möglichkeiten und eine weitaus höhere Flexibilität und bringen sie im Vergleich zu einer Batch-basierten Verarbeitungsumgebung Lichtjahre voran.

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Überzeugen Sie sich selbst von den Vorteilen, die ein ESB bei der Anwendungsintegration bietet. Talend Open Studio for ESB ist ein kostenloses ESB-Tool, das auf erweiterbarer Open Source-Technologie basiert. Mit Talend Open Studio for ESB ist es ganz einfach, eine leistungsstarke serviceorientierte Architektur für Anwendungen und ältere Systeme aufzubauen.

| Zuletzt aktualisiert: January 28th, 2019