ESB vs. P2P: Warum Sie sich jetzt von P2P verabschieden sollten

Anwendungsintegrationen mit Punkt-zu-Punkt-Codierung (P2P) gehen oft mit lästiger Programmierarbeit einher. Oder wie es der Salesforce-Technikexperte Chris Tiernan auf den Punkt bringt: „Schnelle P2P-Integrationen können schlimmes Kopfzerbrechen bereiten“.

Mit einem Enterprise Service Bus (ESB) können Sie sich das ersparen. Im Vergleich zu P2P können Sie Anwendungen mit einem ESB schneller und flexibler anbinden. Das ist auch der Grund, warum so viele der innovativsten Unternehmen bei der Anwendungsintegration auf einen ESB setzen.

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ESB vs. P2P: Warum P2P nicht mithalten kann

Am Anfang gab es nur eine Anwendung und alles war gut. Dann kam die zweite Anwendung dazu, also mussten die beiden Anwendungen verbunden werden. Dazu programmierte man die Verbindung zwischen beiden Anwendungen meist schnell per Hand, was nichts anderes als eine Punkt-zu-Punkt-Integration ist.

Bei P2P-Integrationen kennen die Systeme nur sich selbst und die Datenmodelle, Funktionen sowie die gesamte technologische Infrastruktur, die von der jeweiligen Anwendung unterstützt werden, um die Integration zu ermöglichen. Die beiden Systeme kann man daher als „eng aneinander gekoppelt“ bezeichnen. Bei einer überschaubaren Anzahl an Anwendungen wäre das auch kein Problem. Doch je mehr eng gekoppelte Anwendungen hinzukommen, desto instabiler und fehleranfälliger wird die Infrastruktur und desto schwerer ist sie zu warten.

Hier zeigt sich der wahre Wert einer ESB-Architektur. Bevor es ESB gab, mühten sich Unternehmen damit ab, sämtliche neuen Anwendungen mit allen bestehenden Anwendungen per P2P zu vernetzen. In wachsenden Infrastrukturen, die noch auf eine P2P-Integration setzen und bei denen der gesamte Code manuell geschrieben werden muss, kann das sehr schnell sehr komplex werden.

Herausforderungen bei der P2P-Integration

Lösungen, die auf eine P2P-Anwendungsintegration basieren, bedeuten für Entwickler von Anfang an viel lästige Arbeit, da für die einzelnen Verbindungen zwischen Anwendungen, Systemen und Geräten in der IT-Infrastruktur ein individueller Code programmiert werden muss.

p2p-diagram

Der offensichtlichste Nachteil von P2P-Integrationen ist ihre Rigidität. P2P sorgt für extrem viel Komplexität, da sämtliche Verbindungen und alle Schnittstellen gewartet werden müssen. Gibt es bei einer Anwendung eine Versionsänderung oder wird gar ein anderes Datenmodell eingesetzt, hat diese Veränderung massive Auswirkungen, da die handcodierten Integrationen für sämtliche Schnittstellen angepasst werden müssen. Anwendungen basieren häufig auf proprietären Technologien und Kenntnissen und haben meist mehrere Transport- und Kommunikationsinfrastrukturen, sodass P2P selbst für die erfahrensten Entwickler zum Albtraum wird.

Änderungen an der P2P-Integration beanspruchen nicht nur enorm viele Ressourcen, auch das Risiko von Fehlern und Problemen ist extrem groß. Manch eine Organisation lehnt daher Änderungen ab, weil sie die Auswirkungen auf ihre Infrastruktur fürchten.

Wenn die Art der Integration allerdings Wachstum und Innovation bedroht, ist es Zeit, nach Alternativen zu suchen – und das führt uns zurück zum ESB.

Reibungslose Anwendungsintegration mit einem ESB

Ein Enterprise Service Bus bietet einen weitaus flexibleren Ansatz für die Anwendungsintegration. Es handelt sich beim ESB um eine Form von Softwarearchitektur bzw. um ein Architekturmuster, um die Interaktion und Kommunikation zwischen Anwendungen zu realisieren. Diese Integration wird erreicht, indem die einzelnen Anwendungsfunktionen in einem Satz einzelner, wiederverwendbarer Funktionen zusammengefasst und bereitgestellt werden.

Dabei werden die einzelnen Anwendungen nicht mehr direkt miteinander verbunden, sondern über eine ESB-Infrastruktur, wie unten gezeigt, miteinander integriert:

esb-diagram

Normalerweise verfügt jeder ESB über diese zwei Komponenten:

  1. Service-Registry – Hier werden alle im ESB bereitgestellten Services veröffentlicht und registriert. Die Service-Registry dient auch als zentrale Stelle für Benutzer, die Services oder Funktionen anderer Anwendungen nutzen möchten.
  2. Zentralisierte Verwaltung und Überwachung – Hier können transaktionale Flüsse der Interaktionsperformance innerhalb des ESB eingesehen werden.

Informationsfluss durch den ESB

An einen ESB angebundene Anwendungen integrieren und stellen ihre Funktionen normalerweise über sogenannte „Services“ bereit. Dabei handelt es sich in der Regel, aber nicht zwangsläufig um Webservices. Die Integration dieser wiederverwendbaren, einzelnen Services wird wie folgt erreicht:

  1. Eine Anwendung stellt ihre Funktionen durch Service-Enablement bereit.
  2. Die Anwendung wird in einen Satz wiederverwendbarer Services unterteilt.
  3. Die Services werden im ESB zur Verfügung gestellt.
  4. Die Services werden in der Service-Registry veröffentlicht und den Benutzern zur Verfügung gestellt.

Das Service-Enablement ist komplett automatisiert – mit einem ESB ist keinerlei Handcodierung erforderlich. Ein weiterer großer Vorteil des ESB ist, dass die Nutzer nur wenig (wenn überhaupt etwas) über die Anwendung wissen müssen, die sie verwenden. Die technische Architektur, die Version, der Lösungsanbieter, der Standort der Anwendung – all diese Details spielen keine Rolle für den Nutzer und haben auch keine Auswirkungen auf die Inanspruchnahme des Services.

Das Aufkommen von Echtzeit- und SOA-Funktionen

Der ESB ermöglicht die Entkopplung von Anwendungen und dient als Vermittlungsinfrastruktur, über die Anwendungen kommunizieren und koordiniert werden, was die Integration eines breiteren Spektrums an Anwendungen und Datenquellen beschleunigt. ESBs bieten von Natur aus eine umfangreiche Unterstützung für zwei wichtige Integrationsarten: die ereignisgesteuerte Integration sowie das serviceorientierte Architektur(SOA)-Konzept.

Tatsächlich benötigen die meisten Organisationen beide Integrationsarten. Sowohl auf serviceorientierte als auch auf ereignisgesteuerte Architektur (EDA) basierte Integrationen erfüllen vielfältige Anforderungen. Daher unterstützen viele ESBs beide Arten der Integration sowie den Übergang von der einen zur anderen. Ereignisgesteuerte Architekturen werden häufig zuerst eingesetzt, wenn Organisationen noch nicht bereit sind, zu einer vollen SOA zu wechseln.

Schnelligkeit und Flexibilität zählen

Es ist nicht schwer, die Defizite der P2P-Integration aufzuzeigen. Genauso einfach lassen sich die offensichtlichen Vorteile von ESB für die Anwendungsintegration zusammenfassen. ESB:

  • vereinfacht und beschleunigt die Integration durch die Unterstützung unterschiedlicher gängiger Integration Patterns out of the box. So werden auch weniger technische Ressourcen beansprucht.
  • ermöglicht die schnelle Integration eines breiteren Spektrums und einer größeren Anzahl an Anwendungen und Datenservices.
  • übernimmt die Orchestrierung, um technischen Infrastruktur-Nutzern sowie Geschäftsanwendern via BPM zusammengesetzte Funktionen bereitzustellen.

Die Defizite der Punkt-zu-Punkt-Integration liegen ebenso wie die Vorteile der ESB-Integration auf der Hand. Dass viele Organisationen ESB für ihre Anwendungsintegrationen nutzen, liegt nicht zuletzt an der Unterstützung wichtiger Integrationsarten und der Möglichkeit, mit einer Vielzahl gängiger Integration Patterns out of the box zu arbeiten.

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| Last Updated: Januar 28th, 2019